Mittwoch, 8. Januar 2014

From one second to another . . .


Manchmal sollte man sich doch überlegen, ob man wirklich, so wie meistens, anderen Menschen einen Gefallen tun will und dafür selbst zurücksteckt und Leid erträgt, nur damit es den anderen besser geht…Denn oft bekommt man das niemals zurück, oder man wird dafür sogar noch bestraft. 

…Ich gab meiner damaligen Hostfamilie 1 ½ Monate Zeit, um ein Nachfolge Au pair zu suchen bzw zu finden. Ich hätte sie von heute auf morgen verlassen können…doch das hätte ich niemals übers Herz gebracht, da ich wusste, dass sie mich brauchen. Immer wieder fragten sie mich, ob ich wirklich auch über Weihnachten in England bleiben kann, da sie arbeiten müssen, jemanden für die Kinder und Hausputz brauchen. Zusätzlich wurde meine Hostmum auch noch operiert und war für 4 Wochen außer Gefecht. Niemals hätte ich sie sitzen gelassen. Auch wenn es immer unerträglicher wurde in diesem Haus, und sie mich nur mehr wie ein Stück Dreck behandelten…

Ich begann an Wochenenden bei einem italienischen Restaurant zu arbeiten. Eines Tages, bevor ich aus dem Haus ging um zu arbeiten, fragte ich meinen Hostdad, ob ich nächsten Freitag Babysitten muss. Als Antwort bekam ich zwischen Eingangstür und Büro, dass ich nicht Babysitten muss, doch sie haben sich überlegt, dass es gut wäre, wenn ich die Familie noch vor Weihnachten verlassen könnte. Punkt.

Leerer Blick, keine Mimik verzogen…Als hätte er gegen die Wand geredet und mir gesagt, dass sie mich, ein 18 Jähriges Mädchen, ganz alleine weit weit weg von zu Hause, noch vor Weihnachten rausschmeißen wollen. Ohne Grund. 

Verzweifelt bin ich aus dem Haus gerannt…Doch eines war mir klar. Ich fliege nicht nach Hause! Ich ziehe diese mind. 10 Monate, die ich mir vorgenommen habe, durch! Und davon kann mich nichts und niemand abhalten…Außerdem war es ein Traum von mir, Silvester in London verbringen zu können und dieses riesen Feuerwerk erleben zu können.
Eine Woche hatte ich Zeit, um mir einen Plan zu überlegen. Umso länger ich gewartet hätte, umso teurer wären natürlich auch die Flüge nachhause geworden.
Mein Chef vom Restaurant hätte mich fest angestellt, doch hätte ich eine Wohnung suchen müssen…
Achja, nebenbei hatte ich noch fast 2 Wochen lang Fieber usw (möglicherweise Grippe), was mir alles nur zusätzlich erschwerte.
Meine neue Hostfamily konnte mich noch nicht brauchen…
Schließlich blieb mir nichts andere über, als für 3 Wochen nach Hause zu fliegen, da ich wirklich keine Energie und Kraft mehr hatte.

Wie wohl der Abschied mit meiner Hostfamilie, in der ich fast 4 Monate lebte, ablief? Thaha…Den gab es nicht!! Tja, sie wussten, um welche Uhrzeit ich das Haus verlassen werde. Still und heimlich machten sie sich aus dem Staub, und als ich ging, war niemand mehr zuhause. 
Ist das überhaupt noch menschlich? Das hab ich mich übrigens sehr oft gefragt…wie man so ein Mädchen wie mich eigentlich so gefühlslos behandeln kann…wie man zuschauen kann, wie schlecht es mir geht und mir einfach nicht zu helfen versucht… oder auch schadenfroh auf der Couch vor dem TV liegt und zusieht, wie ich mich abschinde, als Aupair (!!!) und deren komplettes Haus putze…

Dennoch habe ich viele Dinge fürs Leben gelernt…

Nach einer fast endlosen Reise kam ich schließlich in meiner Heimat an. Insgesamt war ich 40h ununterbrochen wach. ^^ Ab da begann mein Urlaub :)
Niemand wusste, dass ich nach Hause komme. Nicht mal meine Eltern. Das war eine riesen Überraschung.  Es war soo schön zu sehen, wie sich alle freuen, mich zu sehen.  Sie meinten, dass ich das schönste Weihnachtsgeschenk sei :) Mal richtig erwünscht zu sein…das Gefühl zu bekommen geliebt zu werden, ist einfach traumhaft… 

Die meiste Zeit verbrachte ich jedoch nicht bei meiner eigenen Familie (wollte mich damit einfach nie ganz abfinden, dass ich nachhause musste), sondern in einer anderen wahnsinnig lieben Familie, die ich am liebsten nicht mehr verlassen hätte :) Danke für alles!


Ich hatte wirklich eine sehr schöne Zeit in Österreich. Zu schön. Eigentlich will ich gar nicht mehr so Recht zurück nach England. Irgendwie habe ich richtig Angst, was auf mich zukommt. Dass ich Heimweh bekomme. Die Menschen hier zu sehr vermisse…Dass ich einfach nur unglücklich bin, auch wenn ich eine tolle neue Hostfamily gefunden habe… Ich habe meine Heimat sehr zu schätzen gelernt… Da ist kein Funken von Vorfreude… Ich sollte schnell beginnen, ganz viele Reisen zu planen :)


Am 13.1 geht es wieder zurück. Nämlich ans Meer nach Shoreham by Sea. Alles ist gebucht. Mein Gepäck ist bereits dort. Es gibt kein Zurück mehr, und ich werde versuchen, positiv in die Zukunft zu blicken. Doch weiß ich, dass ich mich dort nicht quälen werde und es auch vor Juli abbreche, falls es einfach nicht das Richtige für mich ist.

Aber wahrscheinlich hat mir meine letzte Hostfamily einfach alles zerstört...



Aber eines ist klar. Dieser Abschied wird viel viel schwerer, als der erste… :/

maaa…


Flug über Salzburg


Our Christmas tree









Keine Kommentare: